Wie funktioniert eigentlich ein KG?

Keuschheit – Die Lust des nicht Dürfens

Unter Keuschheit von dem lateinischen Wort consicus „bewusst“ abgeleitet, wird der gemäßigte Umgang mit der Sexualität verstanden. Häufig wird dies auf die komplette sexuelle Abstinenz und Enthaltsamkeit bezogen. In der Vergangenheit wurde die Keuschhaltung meist aus religiösen Gründen praktiziert. Mag man den Legenden Glauben schenken, wurden Keuschheitsgürtel bereits im Mittelalter genutzt, um bei Abwesenheit des Partners für Enthaltsamkeit zu sorgen. Einen historisch verwertbaren Beweis gibt es hierfür allerdings nicht. Heutzutage ist die Keuschhaltung auch bei sexuellen Spielpraktiken im Bereich BDSM weit verbreitet. „Abgeschlossen“ hat der Träger eines Keuschheitsgürtels nur noch eingeschränkte oder gar keine Möglichkeit, sich zu stimulieren.

Die Keuschhaltung spielt - gerade im Bereich von sexuell geprägten D/S Spielen - eine immer größere Rolle. Der passive Partner gibt das Recht auf sexuelle Befriedigung an den dominierenden Part ab. Der Gedanke an die Aufgabe der sexuellen Selbstbestimmung bzw. die Kontrolle über das sexuelle Verlangen des Partners ist äußerst reizvoll und löst zahlreiche erotische Phantasien aus. Die Keuschheit im BDSM-Kontext kann sowohl auf Befehl und Vertrauen erfolgen, als auch mit entsprechenden Hilfsmitteln wie Keuschheitsgürtel oder Peniskäfig erzwungen werden.

Verlangt der dominante Partner die Kontrolle über die sexuelle Befriedigung, kann dies von der Selbstbefriedigung bis hin zum Geschlechtsakt gehen. Selbst das Berühren der eigenen Geschlechtsorgane wird dabei verboten und kontrolliert. Der devote Part muss den dominanten Part um Erlaubnis fragen, ob eine erotische Stimulation oder das Berühren überhaupt erlaubt ist. Die Kontrolle über die eigene Lust wird komplett abgegeben. Dies führt zu einem Gefühl der Spannung und einer extremen Luststeigerung. Die zwanghafte Keuschhaltung kann durch einen entsprechenden Keuschheitsgürtel konsequent und wirkungsvoll unterstützt werden. Während bei Frauen der klassische Keuschheitsgürtel getragen wird, gibt es bei Männern zudem noch den Peniskäfig.

Der Peniskäfig

Beim Peniskäfig wird ein rohrähnlicher Gegenstand über den Penis des Mannes geschoben. Das Rohr wird anschließend an einem Ring, welcher vorher über Penis und Hoden geschoben wurde, befestigt. Der entsprechende Ring (A-Ring) sollte gut sitzen und ohne Käfig nicht drücken. Er darf aber auch nicht so locker sein, dass nach Verschluss die Hoden herausgezogen werden können. Ansonsten ist es für den Träger viel zu einfach, den KG unbemerkt abzulegen.

Ebenso ist es wichtig, den korrekten Abstand zwischen A-Ring und Käfig zu ermitteln. Hier darf auch nichts scheuern oder drücken. Der Abstand kann mittels der entsprechenden Scheiben individuell angepasst werden. Ist der Abstand zu groß, kann der Penis einfach aus dem Rohr gezogen werden, was natürlich nicht der Sinn der Sache ist.

Abschließend muss natürlich noch die passende Größe und Länge des Rohres für den Keuschling bestimmt werden. Käfige mit Penisrohren gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Teilweise vorne offen, aber auch geschlossene Exemplare mit einem Loch fürs Urinieren sind weit verbreitet. Welcher KG in Frage kommt und für den Keuschling den höchsten Tragekomfort bietet, ist letztlich Geschmacksache.

Die Peniskäfige (chastity tubes) gibt es in Ausführungen aus Silikon, Kunststoff oder Metall, meistens Edelstahl. Egal welches Material bevorzugt wird, am wichtigsten ist immer der Komfort für den Träger, denn nichts ist unerotischer, als ein KG, der bei jeder Bewegung scheuert und drückt. Silikonkäfige haben den großen Vorteil, dass diese flexibel sind und somit dem männlichen Glied einen gewissen Spielraum bieten. Kunstsoff- und Metall-KGs sind steif, engen das Glied bei der Erektion ein und können daher drücken. Gerade in den Morgenstunden, wenn sich die sogenannte „Morgenlatte“ meldet, ist ein Käfig aus unnachgiebigem Material für den Träger durchaus unangenehm. Aber dieses Leid ist ja erzwungener Maßen gewollt, daher sind Käfige aus Kunststoff und Metall gerade bei erfahrenen Nutzern von Keuschheitskäfigen sehr beliebt.

Bei der Verwendung von Keuschheitskäfigen gilt zu beachten, dass bei einer wirkungsvollen Keuschhaltung die Eichel selbst nicht mit den Fingern berührt werden darf. Der Käfig verhindert die Versteifung des Penis, wird dieser aber stimuliert, weil der Keuschling die Eichel durch den KG hindurch noch mit den Fingern erreicht, kann es trotzt KG zu einem Höhepunkt kommen. Gitterkäfige bieten daher nur eine geringe Sicherheit gegen die sexuelle Befriedigung.

Das Tragen eines Peniskäfigs ist nach einer gewissen Eingewöhnungsphase über einen längeren Zeitraum wie Tage oder auch Wochen möglich. Wichtig ist hierbei allerdings eine penible Hygiene. Der Käfig sollte zur Reinigung mindestens einmal pro Woche aufgeschlossen und gesäubert werden. Ansonsten entstehen neben einem unangenehmen Geruch schnell Entzündungen, die schnell äußerst schmerzhaft werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass das Urinieren problemlos möglich ist. Die meisten Peniskäfige können überdies unter der Dusche oder in der Badewanne getragen werden, so dass die Reinigung auch im Rahmen der täglichen Körperpflege erfolgen kann.

Aber fallen die Peniskäfige nicht unter der Kleidung auf? Die Käfige vergrößern natürlich die Maße des Penis, aber ist die Kleidung nicht zu eng, ergibt sich auch kein Abdruck. In einer engen Badehose fällt die unnatürliche Form freilich schneller ins Auge, was aber auch eine gewollt demütigende Wirkung haben kann.

Keuschheitsgürtel

Keuschheitsgürtel bestehen aus einem Hüft-/oder Taillenband, die mit einem Schrittband verbunden sind und werden daher als Voll-KGs bezeichnet. Bei Voll-KGs gib es Versionen für Frauen und Männer. Die Modelle für Damen haben ein Schrittband welches einen großen Teil der Scham mit Metallblech abdecken, um ein berühren der Vagina zu verhindern. Allerdings kann durch spreizen der Beine doch versucht werden mit den Fingern hinter das Blech zu gelangen. Um das Spreizen zu verhindern, schaffen Oberschenkelfesseln, die mit einer kurzen Kette verbunden sind, schnell Abhilfe. Werden Oberschenkelfesseln genutzt, so ist ein Tragen von Hosen allerdings nicht mehr möglich und es muss auf Rock oder Kleid zurückgegriffen werden.

Bei Männern wird das Glied wie beim Peniskäfig in ein Rohr gesteckt, welches am Schrittband angebracht ist. Spezielle Ausführungen decken das Rohr mit einem Metallblech so ab, dass es nicht sichtbar ist und der Schritt feminin wirkt. Solche Versionen sind für Feminisierungsspiele oder DWT-Träger gut geeignet. Da das Schrittblech von vorne nach hinten durchgeht, ist ein Anprobieren und Anpassen des ganzen Gürtels notwendig. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der KG unangenehm scheuert und daher nicht dauerhaft getragen werden kann. Teilweise sind die Ränder und Innenseiten bei Metallausführungen mit Silikonbändern gepolstert, damit das Tragen komfortabler wird. Auch hier gilt, dass der Komfort des Trägers Priorität hat, damit das Spiel beiden Partnern Spaß bereitet. Ein Scheuern im Schritt kann im Ernstfall starke Verletzungen hervorrufen, wenn der KG, trotz anhaltender Schmerzen nicht rechtzeitig abgenommen wird.

Voll-KGs gibt es neben Ausführungen in Edelstahl auch aus Leder. Die Ledervariante ist eher für kurzzeitige Spiele geeignet, hat aber den Vorteil, dass sich auch Anfänger, dank des weichen Materials, schnell an das Tragen eines Voll-KGs gewöhnen.

Hygiene ist auch bei Voll-KGs oberstes Gebot, werden diese länger getragen. Der Träger sollte den KG mindestens einmal pro Woche komplett reinigen. Zwischendurch ist das Einspritzen von Wasser mittels einer Spritze hilfreich. Gerade nach dem Urinieren können so schnell die letzten Urinreste beseitigt werden.

Ein Voll-KG kann ohne Probleme unter der Kleidung getragen werden. Es gibt allerdings zu bedenken, dass der Hüft- oder Taillengürtel sichtbar sein können. Der Träger muss dann selber drauf achten, dass er nicht in peinliche Situationen gerät. Oder vielleicht wird er auch dazu getrieben, was im Spiel durchaus reizvoll sein kann.

Der Verschluss

Sowohl der Peniskäfig als auch der Keuschheitsgürtel müssen verschlossen werden. Dabei gibt es unterschiedliche Varianten. Am häufigsten wird ein normales Vorhängeschloss eingesetzt. Der Schlüssel kann dann vom dominanten Part zum Beispiel an einer Kette um den Hals oder am Arm aufbewahrt und mitgeführt werden. So hat er stets die Gewissheit, dass der KG nicht unkontrolliert geöffnet wird.

Auch hier gilt das oberste Gebot der Sicherheit. Varianten aus Leder, Silikon oder Kunststoff lassen sich durch Zerstören schnell selber öffnen, sollte der Schlüssel einmal nicht greifbar sein. Bei Metallausführungen ist das öffnen wesentlich komplizierter. Teilweise helfen Metallschere oder Bolzenschneider auch nicht mehr weiter und dann ist externe Hilfe gefragt. Darum sollte für ein Schlüsselsystem immer ein Ersatzschlüssel gut erreichbar abgelegt sein. Dieser kann in einem versiegelten Umschlag oder in einem Röhrchen mit Zahlen- oder Einmalschloss aufbewahrt werden.

Einmalschlösser aus Plastik können ebenfalls zum Verschließen eines Keuschheitsgürtels genutzt werden. Der Vorteil ist, dass diese im Notfall einfach per Schere geöffnet werden können. Um trotzdem die Kontrolle über die Lust des Partners zu behalten, sind die Schlösser nummeriert. Ist die Plombennummer bekannt, kann jederzeit kontrolliert werden, ob das Schloss unerlaubt geöffnet und heimlich ausgetauscht wurde. Außerdem bieten Plastikschlösser mit Kunststoffkäfigen den Vorteil, dass diese durch einen Metalldetektor in einer Sicherheitsschleuse am Flughafen nicht erkannt werden, damit es nicht zu ungewollt unangenhemen Situationen auf Reisen kommt.

Steht einmal kein Spielpartner zur Verfügung, kann man den KG natürlich auch für Solospiele nutzen. Der richtige Kick entsteht aber erst, wenn kein Zugriff mehr auf den Schlüssel besteht. Von der Möglichkeit, den Schlüssel per Post an die eigene Adresse zu schicken, damit dieser erst nach ein paar Tagen verfügbar ist, sollten Sie allerdings Abstand nehmen. Es ist schließlich schon der eine oder andere Brief auf dem Postweg verschwunden. Eine geeignetere Möglichkeit ist es, den Schlüssel in einem Eisschloss oder in Boxen mit elektronischen Schlössern zu verwahren. Letztere gibt es auch mit Timerfunktionen, die einmal verschlossen nicht unzerstörbar zu öffnen sind, bevor der Timer abgelaufen ist.

Bei Voll-KGs kommen teilweise noch Spezialschlösser zum Einsatz, welche nur mit bestimmten Schlüsseln geöffnet werden können. Diese Spezialschlösser sind dann so am Gürtel befestigt, dass auch ein öffnen des Schlosses mit Bolzenschneider nicht mehr möglich ist. Diese Modelle sind definitiv nur für sehr erfahrene Nutzer geeignet.

Extras

Keuschheitsgürtel können mit zahlreichen Extras lustvoll erweitert werden.

Bei Frauengürteln können Dildos in den unterschiedlichen Ausführungen angebracht werden (Aufblasbar, Vibration, Strom). Diese sind nach anlegen des Keuschheitsgürtels nicht mehr zu entfernen und bleiben folglich so lange eingeführt, wie der dominate Part es wünscht. Ebenso können bei Voll-KGs Analdildos aufgesteckt werden, die für eine zusätzliche Stimulation sorgen.

Den Keuschheitsgürtel mit Reizstrom zu verbinden, bietet zahlreiche erotische Spielmöglichkeiten. Die Strompole können sowohl im vorderen Bereich, am Dildo oder auch bei einem Analplug angebracht werden. Mittels Stromimpuls wird der Träger des Keuschheitsgürtel stimuliert, aber durch den KG wirkungsvoll an einer Erektion gehindert, was die Erregung extrem steigern kann. Für Spiele in der der öffentlichkeit, eignen sich kabellose Reizstromgeräte. So können dem Keuschling zum Beispiel bei einem Restaurantbesuch - ganz diskret und unbemerkt - schmerzvoll Manieren beigebracht werden. Ebenso reizvoll kann es zudem sein, den Delinquenten nachts durch einen Impuls zu wecken, um ihn dann seiner Erregung hilflos zu überlassen.

Für Männer gibt es die Penisröhren zudem mit Dornen, Elektroden für Elektrostimulation oder Dilatoren für die Harnröhre. Dornen machen sich bei einer aufkommenden Erektion sofort bemerkbar, indem sie sich in die Haut eingraben. Der aufkommende Schmerz soll zu einem Stocken der Erektion führen, hat aber in den meisten Fällen einen gegenteiligen Effekt. Werden zu spitze Dornen eingesetzt, so kann dies zu starken Verletzungen führen, die im KG schwer heilen und zu einer Infektion führen können. Eine gute Alternative sind daher Dornenkäfige aus Silikon, da die Dornen hier zwar deutlich zu spüren sind, aber aufgrund des Materials keinerlei Verletzungen verursachen können.

Dilatoren können enweder fest am Penisrohr angebracht sein, so dass der Träger keine Möglichkeit hat, den Penisplug selber zu entfernen oder aber optional verwendet werden. Bei der Verwendung von Dilatoren muss auf eine gute Hygiene geachtet werden, damit es nicht zu Entündungen der Harnröhre kommt. Ebenso ist eine gewisse Vorsicht bei längeren Tragezeiten geboten, vor allem dann, wenn der Träger des Keuschheitsgürtel noch keine Erfahrung mit dem Einführen von Dilatoren gemacht hat.

Der Reiz

Es gibt Paare, bei denen einer der Partner dazu gezwungen wird, einen Keuschheitsgürtel zu tragen. Bei dieser Spielart wird ein intensives Gefälle von Macht und Unterwerfung angestrebt. Häufig wird diese Mehode in Female led Relationship (FLR) als erzieherische Maßnahme genutzt. Auch bei Cuckhold Spielen, bei denen der Träger die Partnerin beim Sex mit einem Dritten beobachtet, werden Keuschheitsgürtel gerne eingesetzt, um den Reiz zu steigern.

Viele Subs wünschen sich aber auch einfach das Verschließen, um dem dominanten Partner die sexuelle Macht von sich aus zu schenken und legen den Keuschheitsgürtel daher gerne und ohne Zwang an. Das Gefühl von wollen und nicht können, spielt dabei eine große Rolle. Bei längeren Tragezeiten ruft das Tragen eines Keuschheitsgürtels auch immer wieder die Aufgabe der sexuellen Selbstbestimmung in Erinnerung.

Newsletter
Lust auf heiße Post?
Sichern Sie sich einen 5-Euro-Rabattguschein für Ihren nächsten Einkauf und genießen Sie exklusive Angebote und Rabatte.

* Der Empfang unseres Newsletter kann jederzeit durch Austragen Ihrer E-Mail-Adresse beendet werden.